Grabungen

Ich führe aktuell Grabungen durch in den Schichten meiner selbst: Kurz gesagt miste ich in meinem alten Zimmer aus und verweile dann und wann, wenn ich einem alten Selbst begegne. Ich versuche, nachzuempfinden, wie weit dieses Selbst reichte und reicht und suche nach seinen Spuren in mir.
Walter Benjamin hatte irgendwo recht damit, dass die Archäologie dem Erinnern ähnlich ist.

Sprachspiele

Ich brauche Menschen, die mich zum Sprachspiel inspirieren. Gerade experimentiere ich mit Sprach- und Sprechwelten.

 

In der Arbeit an Poesie – die mir in meinen Augen nicht sonderlich liegt – liegt für mich viel Gedankengut. Ich bin zuallererst in der Literatur beheimatet. Von dort ziehe ich die Wortwelten meiner Weltworte. Entsprechend ist jeder Reim durchdacht und gefunden. (Ich brauche für das Englische drei Wörterbücher.) Ich kann erklären, weshalb ich wo welches Stilmittel benutze. Ich weiß, wie meine Poesie klingen soll.

Das wurde mir bewusst als ich den Reimen von „fine“ auf „rhyme“ zugehört habe, im Paarreim für drei Strophen voller Banalitäten. Ein wenig eingebildet bin ich da dann schon.

Ich würde zu gern behaupten, dieser Blog sei einer der vielen Neuanfänge, die man in der weiten Welt des World Wide Web beginnt und wieder verwirft, doch der Fakt, dass dieser Blog seit August 2015 existiert, straft dies Lügen. Ich widerstehe dem Drang, „Neubeginn“ hier irgendwo zu erwähnen – und bin mir der Ironie bewusst, nun zum dritten Mal in einem Absatz die Wortfamilie „Beginn“ zu missbrauchen.

Nun, der erste qualvolle Absatz ist geschrieben: Hallo, Welt!